So, es geht nun weiter nach Guatemala. Wir wollen in El Remate übernachten, und dann am nächsten Tag die Ruinen von Tikal zu besichtigen. Diese liegen nur 30 Minuten von El Remate entfernt. Aber erst müssen wir natürlich die Grenze von Belize nach Guatemala überqueren. Als wir an der Grenze ankommen, werden wir erst mal von Geldwechslern überrannt. Jeder möchte unser Geld von Belize Dollar in Guatemaltekische Quetzal umtauschen. Aus anderen Ländern kenne ich, dass es höchst illegal ist, bei Geldwechslern auf der Strasse Devisen umzutauschen. Doch von den Grenzbeamten erfahre ich, dass diese Jungs das offiziell machen. Natürlich nicht zum offiziellen Kurs 😉 Von den Geldwechslern bekommen wir gleich erläutert, wie viel Geld wir für den Grenzübergang benötigen:

Ausreise aus Belize   75 Belize Dolar = 37,50 USD

Insektenschutz fürs Auto   18 Quetzal =   2,36 USD

Einreise Einstein   25 Quetzal =   3,28 USD

Einreise Auto 160 Quetzal = 20,97 USD

Überqueren der Brücke hinter der Grenze   50 Quetzal =   6,56 USD

Summe 70,67 USD

Das teuerste ist also die Ausreise aus Belize. Aber auch das unkomplizierteste. Nachdem unser Auto mit Insektenschutzmittel besprüht wurde, wir Einsteins Dokumente geklärt haben und die Einreise nach IMG_6715Guatemala geklärt haben, müssen wir noch unser Auto beim Zoll einführen. Dafür benötigen wir jeweils 2 Kopien von Reisepass mit Einreisedatum, Fahrzeugbrief und Führerschein. Kopien von Fahrzeugbrief und Führerschein haben wir. Aber den Reisepass mit dem Stempel den wir eben erst bekommen haben natürlich nicht. Der nette Zollbeamte schickt mich zu einem kleinen Copy-Shop 100 m weiter. Die ganze Familie Goldmann läuft dort hin um festzustellen, dass sich niemand im Shop befindet. Das grosse Fenster zum Shop ist zwar offen, doch weit und breit niemand da, der meine Kopie machen könnte. Was nun? Um die Ecke gibt es noch einen weiteren Copy-Shop. Aber der ist gleich ganz geschlossen. Etwas angenervtFullSizeRender 8 gehe ich zurück zum Zoll. Aber der Zollbeamte hat angeblich keinen Kopierer. Ich soll es doch mal auf der anderen Seite der Grenze versuchen, da gibt es gleich hinter der Brücke noch einen Copy Shop. Das Auto können wir natürlich nicht nutzen um über die Brücke zu fahren, das ist ja noch nicht importiert. Also laufen wir rüber, alle zusammen im Gänsemarsch über die Brücke. Es ist kurz nach Mittag und die Sonne brennt ganz schön auf uns runter. Auf der anderen Seite angekommen müssen wir feststellen, dass auch dieser Laden geschlossen ist. Ein alter Mann, der davor sitzt und eine Zigarette raucht meint nur gelassen: “Na klar ist der zu, es ist doch Samstag Nachmittag!” Mein Hals schwillt immer mehr an. Die Grenze ist offen, aber die Infrastruktur um über die Grenze zu kommen schliesst Samstag Nachmittags? Ich will endlich rüber über die Grenze!!!  Nachdem wir wieder zurück über die Brücke gelaufen sind und beim Zoll ankommen, versuche ich möglichst ruhig zu bleiben, als ich dem Beamten das Dilemma mit den geschlossenen Copy-Shops erkläre. Aber anscheinend hat er meine geschwollene Halsschlagader bemerkt, nimmt kurz unsere Originale aus meiner Hand und verschwindet in einem Hinterzimmer. Also haben sie wohl doch irgendwo einen Kopierer stehen? Wer hätte das gedacht !!! Danach geht alles ziemlich schnell, und ich freue mich nach 3 Stunden endlich die Grenzbrücke, diesmal IM Auto, zu überqueren. Bis wir wieder angehalten werden, um nach der Grenzüberquerung eine fragwürdige Gebühr zu zahlen. Angeblich handle es sich um eine Steuer zur Benutzung der Brücke. Ich lasse mich auf eine kurze Diskussion mit der Dame ein, die uns das Geld abknöpfen will. Sind wir doch mit unserem ausländischen Kennzeichen das einzige Fahrzeug, welches angehalten wurde um diese Gebühr zu zahlen. Aber um endlich weiter zu kommen zahle ich die lächerliche Gebühr und wir sind endlich in Guatemala.

Die Fahrt nach El Remate verläuft ruhig und entspannt. Wir kommen am frühen Nachmittag in unserem IMG_6719Hotel ¨Mon Ami an, und haben noch Zeit über den hoteleigenen Steg in den Lago Petén Itzá zu springen. Am nächsten Morgen wird erst mal wieder in Ruhe gefrühstückt, bevor wir uns auf machen zu den Ruinen von Tikal. An den Ruinen angekommen sind wir begeistert. Nicht nur, dass die riesigen Tempel bis über die Baumwipfel des Dschungels weit hinausragen, auch die Tierwelt meint es diesmal sehr gut mit uns und wir bekommen so einiges an wilden Tieren zu sehen. Schon auf der Fahrt durch den Nationalpark zu den Ruinen beobachten wir am Strassenrand ein Rudel von mittelamerikanischen Wildschweinen. Danach sehen wir später einen Tukan in freier Wildbahn. Er istIMG_9371 ziemlich weit entfernt, daher bekomme ich leider kein scharfes Bild zustande, aber immerhin!    Ausser Nasenbären, super winzigen Bienen und Brüllaffen läuft uns dann noch ein ganz besonderes Insekt über den Weg. Unser Führer nennt es eine Araña-Alacrán, also eine Skorpion-Spinne… oder ein Spinnen-Skorpion!? Auch unsere Googlee Suche hat nicht wirklich die Antwort gefunden, um welches Tierchen es sich nun gehandelt hat. Wenn allerdings ein Tierkenner oder Biologe unter meinen Lesern ist, würde ich mich über einen Kommentar mit der richtigen Bezeichnung des Tieres freuen :-)

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Noch eine weitere Besonderheit gibt es in Tikal. Einer der Tempel war nämlich Drehort für einen WeltraumIMG_9392-Klassiker, den wahrscheinlich jeder schon mal gesehen hat. Wer darauf kommt, in welchem Film der Tempel zu sehen ist, der darf sich auch in meinen Kommentaren als Filmkenner outen.

Nachdem wir von den Ruinen wieder in El Remate ankommen, gehen wir noch in einem leckeren, veganen Restaurant essen. Wer hätte das gedacht, dass es in einem so kleinen Ort einen guten Veganer gibt !!! Und auf dem Rückweg zum Hotel, so ca. 200m vor unserem Bungalow, krabbelt uns plötzlich im Scheinwerferlicht unseres Autos eine Tarantel vor das Auto. Ich lege eine Vollbremsung hin und stelle unseren Wagen quer auf die Strasse, damit kein anderes Auto über die “kleine” Vogelspinne fährt. Nachdem sie am Strassenrand angekommen ist, wird schnell noch ein Foto gemacht (auch das Foto wird mit dem Smartphone leider nicht der Kracher) und dann verabschieden wir uns und hoffen, dass sie nicht in Richtung unseres Bungalows krabbelt 😉

IMG_6747Zurück im Hotel heisst es ausruhen, denn am nächsten Tag soll es weiter gehen nach Honduras. Das wohl gefährlichste Land auf unserer Reise! Auch hier müssen wir wieder eine Grenze überqueren. Aber schlimmer als von Belize nach Guatemala kann es ja nicht werden! Oder vielleicht doch? Aber, dazu wieder mehr im nächsten Beitrag. Bis dahin, Lebt Euren Traum

Euer Markus