Wir bekennen uns zu keiner Religion, aber wir respektieren  alle Formen der Spiritualität. Aber speziell wenn man auf Reisen ist, kann es schon mal vorkommen, dass man an religiösen Traditionen teilnimmt. Vor allem wenn die religiösen Traditionen Teil einer Kultur sind, die man ja auch kennenlernen möchte.

Oaxaca

Als wir in Oaxaca de Juarez ankamen, lernten wir die Familie Jimenez in Arrazola kennen. Arrazola liegt etwas 20 Minuten im Auto von Oaxaca entfernt. Und die Familie Jimemez ist die Gründerfamilie der Alebrijes (Holzfiguren, die in vielen prächtigen Farben angemalt werden). Und diese Familie liess uns in die mexikanische Kultur eintauchen, wie wir es vorher nie erwartet hätten. Es war die Zeit der Feiern zu Ehren von San Antonio de Padua, und die Familie Jimenez lud uns ein, daran teilzunehmen.

Oaxaca

Am Tag der Feierlichkeiten kamen wir am frühen Nachmittag in Arrazola an. Und kurz nach der Ankunft steckten unsere beiden Töchter schon in den traditionellen Kleidern, während die Mütter die blumenbesteckten Körbe vorbereiteten. Kleider und Blumenkörbe sind wesentliche Bestandteile für die traditionellen Tänze zu Ehren von San Antonio de Padua.

Als alles fertig war ging es dann zu Fuss in Richtung Kirche, und wir waren alle super gespannt was als nächstes passieren würde. Es wurde zwar langsam richtig frisch, aber das nahm uns nicht die Vorfreude auf das kommende Fest.

Oaxaca

Die Messe in der Kirche dauerte eine gefûhlte halbe Ewigkeit 😂. Aber es war sehr interessant zu beobachten, wie sehr die Leute aus Arrazola ihren heiligen San Antonio verehren. Das war einer der Momente in denen uns klar wurde wie spirituell die Mexikaner sind.

Als die Messe dann zu Ende war, nahmen alle Mädchen und Frauen ihre Blumenkörbe auf den Kopf, gingen in einer Art Prozession aus der Kirche, um dann auf dem Kirchplatz zu extrem lauter mexikanischer Blasmusik zu tanzen.

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Alle Leute waren fröhlich und ausgelassen. Die Blumenkörbe wurden zur Musik wild im Kreis herumgewirbelt.  Aber das beste von allem war für uns, dass unsere Mädels mitten drin mittanzten und das Spektakel mit vollen Zügen genossen.

Danach gab es noch eine Prozession zum Dorfplatz, auf dem dann die besten Blumenkörbe und die besten Tänzer und Tänzerinnen, aufgeteilt in Altersgruppen, gewählt wurden.

Lara kam in Ihrer Gruppe sogar ins Halbfinale, das war ein riesen Spass! Und sie war natürlich auch total happy! 😃

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Während getanzt wurde, beobachteten Carolina und ich das Treiben und unterhielten uns mit neugierigen Nachbarn. Anscheinend kommen nicht so viele Ausländer zu diesem Fest. Und somit stellten wir dann auch eine kleine Attraktion dar. Dazu gab es Tequila und Mezcal, der aus grossen Flaschen gratis verteilt wurde. Die Nacht war noch jung und das Fest schien erst langsam zu beginnen!  😂.



Als der Wettbewerb dann zu Ende war, war es Zeit für das Abendessen. Wir gingen alle zusammen in ein kleines Restaurant, in dem die traditionellen Tlayudas serviert wurden. Tlayudas sind Maisfladen, gefüllt mit Schweinefleisch, Käse und Salat. Für uns wurden dann aber extra vegetarische Varianten der Tlayudas mit viel Bohnen zubereitet.

Es wurde noch einige Zeit gequatscht und gelacht bis es dann schon langsam spät wurde und wir nach Hause (Apartment in Oaxaca) aufbrachen.

Und ein weiteres Mal sind wir extrem dankbar für die tollen Erfahrungen die wir auf unserer Reise machen durften.

Vielen Dank Mexiko für so viel Liebe und Offenheit!