Eigentlich wollten wir ja wieder früh losfahren. Aber speziell wenn wir bei Freunden zu Besuch waren, dann fällt uns der Abschied immer schwer und so kommen wir auch in Tegucigalpa erst so gegen Mittag los. Mit Nicaragua haben wir die vorletzte Grenze vor uns, bevor es nach Costa Rica geht! Wir hoffen, dass sich der Trend nicht so weiterentwickelt wie bisher und wir nicht noch länger als an der letzten Grenze benötigen. Wir gehen bei El Placer über die Grenze, und als wir ein Schild “Buenos Aires” sehen, kommt bei Carolina ein wenig Nostalgie auf. Der Grenzübertritt geht diesmal überraschend schnell. Aso “relativ” schnell: in ca. 2 h sind wir durch mit all unseren Papieren für unser Auto und unseren Hund Einstein. Kein schlechter Schnitt. Auf geht’s nach Nicaragua und unser einziges Ziel ist es, so weit wie möglich zu kommen, denn morgen wollen wir dann die Grenze nach Costa Rica überqueren und auch in Nosara ankommen. Jetzt hängt alles davon ab, wie weit wir heute kommen. Wir nehmen uns vor in Esteli anzukommen, und das schaffen wir auch. Ist ca. der halbe Weg durch Nicaragua. Es ist schon spät und wir sind alle hundemüde als wir dort ankommen. Hotels gibt es dort nur sehr wenige, das verkürzt dann automatisch die Suche :-) Schnell noch was essen und ab ins Bett. Am nächsten Morgen soll es früh los gehen. Wir müssen durch halb Nicaragua, die letzte Grenze überqueren und dann noch ca. 4 Stunden durch Costa Rica fahren bis wir am Ziel ankommen.

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Und diesmal schaffen wir es wirklich. Zwar nicht so früh wie ich es mir erhofft hatte, aber am nächtsten Morgen um ca. 8 Uhr sind wir auf der Strasse Richtung Ziel. Die ganze Familie ist happy! Wenn alles gut läuft, dann sind wir abends endlich in Nosara. An der Grenze läuft es erst mal ganz gut. Die Ausreise aus Nicaragua verläuft glatt. In einer knappen Stunde habe ich alles erledigt, die Mädels können sogar die ganze Zeit im Auto sitzen bleiben – sogar bei der Passkontrolle 50m Luftlinie vom Auto entfernt. Also weiter zur Tico-Seite der Grenze. (als Ticos bezeichnen sich die Einwohner Costa Ricas). Wieder jede Menge Schalter und Schlangen, und wir müssen sogar mal wieder alle Koffer aus dem Auto holen und diesmal durch einen Scanner wie am Flughafen laufen lassen. Wir haben ja nichts zu verbergen. Aber nach dem ich alle Koffer aus dem Auto raus, über den ganzen Parkplatz geschleift habe und dann wieder ins Auto gepackt habe, bin ich mal wieder tratsch nass geschwitzt. Immerhin haben wir locker 35 Grad C und ziemlich hohe Luftfeuchtigkeit. Nach Einreise, Zoll, Einfuhr des Autos und Einreise von Einstein kommt der letzte Schritt, die Versicherung unseres Autos. Doch als uns der Mann hinter dem Schalter fragt, ob wir das Auto nur für 30 Tage versichern wollen, werden wir stutzig. “Nein, wir wollen natürlich 90 Tage Versicherung haben, wie unser Touristenvisum.”  “Ja, aber Ihr Visum geht nur 30 Tage”.

Oh mein Gott!!!

Jetzt bemerken wir erst, dass und der Beamte bei der Einreise nur 30 Tage gegeben hat. Das bedeutet wir müssten dann nach 30 Tagen schon wieder ausreisen und wieder einreisen um ein erneutes Touristenvisum zu erhalten. So ein Mist. Wir gehen also wieder zurück zum Einreiseschalter, und ich versuche den Beamten zu überzeugen, den Stempel mit dem Vermerk “30 dias”  in unseren Pässen abzuändern in 90 Tage. Doch der Beamte stellt sich stur. Ich gebe mich schon geschlagen, aber Carolina versucht es noch mal. Sie redet mit dem Vorgesetzten und drückt etwas auf die Tränendrüse – und dann geht es plötzlich doch. Wir sind alle super erleichtert über unsere “90” in unseren Pässen, machen noch den letzten Behördengang mit der Versicherung und es geht weiter Richtung Ziel.

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Die restliche Fahrt verläuft ruhig, nur schaffen wir es mal wieder nicht, vor Einbruch der Dunkelheit anzukommen. Und vor allem die letzten Kilometer vor Nosara sind hart, denn statt Asphalt gibt es dann nur noch Schotterpiste. Und das ein oder andere grosse Schlagloch gibts noch dazu. Unser Toyota hat ja bisher gut durchgehalten, aber die Stossdämpfer unseres Highlander werden hier ganz schön beansprucht. Aber nach etwas über 2 h Fahrt in der Dunkelheit, so gegen 20:30 Uhr kommen wir endlich in Nosara an.

Wir sind alle happy und machen erst mal ein Ziel-Foto (siehe oben). Geiles Gefühl endlich da zu sein!

In Summe…

  • waren wir 112 Tage unterwegs
  • haben 14.687 Meilen bzw. 23.636 Km zurück gelegt
  • haben 6 Grenzen überschritten
  • Carolina hat sich beinahe einen Finger abgeschnitten und ist vom Skorpion gestochen worden
  • ich bin bestimmt 10 kg schwerer (MexFood)
  • wir haben wunderschöne Orte gesehen
  • wir haben wundervolle Personen und Freunde kennengelernt
  • viele alte Freunde haben wir nach langen Jahren wieder gesehen
  • und natürlich haben wir sehr viele tolle Abenteuer erlebt

In Summe ein tolles Erlebnis das wir wohl nie vergessen werden.

Aber unser Abenteuer ist ja noch nicht vorbei. Wir sind nun in einem Land, das nur so nach Abenteuer schreit. Und das, was wir hier erleben, gibt es natürlich auch weiterhin hier auf dem Blog.

Viel Spass dabei und

Lebt Euren Traum

Euer Markus